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Plattenbauten sind schon seit hundert Jahren beliebt

Plattenbauten sind schon seit hundert Jahren beliebt
Plattenbauten sind schon seit hundert Jahren beliebt

Als Plattenbauten werden Neubauten bezeichnet, welche aus industriell vorgefertigten Wänden, Decken und Böden aus Spannbeton bestehen. Die ersten Neubauprojekte dieser Art entstanden bereits ab dem Jahr 1910 in den USA. Ein Beispiel dafür ist der Bereich Forest Hills Gardens in New York. In Deutschland wurde im Jahr 1930 in Frankfurt am Main zu einem der Pioniere bei der Anwendung der Plattenbauweise für kostengünstige Neubauten. Auch die Berliner Stadtplaner und Bauunternehmen schlossen sich diesem Trend sehr schnell an. Ein Beispiel dafür ist die Siedlung Friedrichsfelde, die heute zum Stadtteil Lichtenberg gehört.

Plattenbauten machten die Trabantenstädte möglich

Nach dem Ende des II. Weltkriegs war die Wohnungsnot groß. Außerdem gab es in den 1960er und 1970er Jahren einen ersten Trend zur Abwanderung in die großen Städte und in deren näheres Umfeld. Deshalb verzeichneten die dort tätigen Bauunternehmen einen Auftragsboom. Plattenbauten boten die Chance, die Wohnungsnot schnell und effizient zu lindern. So entstanden in der ehemaligen DDR Trabantenstädte wie Berlin-Marzahn, Berlin-Hellersdorf, Jena-Lobeda, Rostock-Toitenwinkel und Leipzig-Grünau. Auch in den westlichen Bundesländern wuchsen Trabantenstädte aus dem Boden. Beispiele dafür sind Frankfurt-Sossenheim, Hamburg-Steilshoop, Düsseldorf-Garath, Würzburg-Heuchelhof sowie München-Hasenbergl, Nürnberg-Langwasser und Wolfsburg-Westhagen.

Welche Vorteile bieten Plattenbauten?

In Deutschland gab es beim Voranschreiten der Plattenbauten eine Besonderheit. Viele der Trabantenstädte vor allem im Osten standen und stehen im Eigentum von Baugenossenschaften. Hier sind im Vergleich zu anderen Wohnungen mit ähnlichen Grundrissen und Ausstattungen die Mieten noch recht günstig. Das gilt vor allem für die Altmieter, weil sie nur die Modernisierungsumlage zahlen müssen. Ziehen sie innerhalb ihrer Genossenschaft um, fallen auch die Neuvermietungszuschläge vergleichsweise gering aus.

Wohnungen in Plattenbauten sind perfekt für Mieter, welche wenig Aufwand bei der Pflege betreiben wollen. Die Küchen, Bäder und Kinderzimmer sind recht klein und funktionell gehalten. Das zieht auch bei Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen vergleichsweise niedrige Quadratmeterzahlen nach sich. Die überwiegende Mehrheit der als Plattenbau ausgelegten Objekte bietet außerdem den Komfort eines Balkons. Die meisten der älteren Plattenbauten wurden in den letzten beiden Jahrzehnten gründlich saniert und auf Neubaustandards gebracht. Ein erheblicher Teil der Wohnungen wurde nach der Sanierung und Modernisierung durch den Verkauf als Eigentumswohnungen privatisiert. Lohnenswert sind die Käufe allein schon deshalb, weil Plattenbauwohnungen in aller Regel barrierefrei gestaltet wurden und durch die Ausstattung der Gebäude mit Aufzügen auch für ältere und/oder körperbehinderte Menschen geeignet sind.

Plattenbauten sind längst keine „Wohnsilos“ mehr

In den 1960er und 1970er Jahren wurden die Plattenbauten teilweise extrem eng nebeneinander gebaut. Sie glichen oft einheitsgrauen Betonklötzen. Dieses Bild hat sich gewandelt. Architekten nutzen bei Neubauten mittlerweile die gesamte Bandbreite der möglichen Gestaltung aus. So bieten beispielsweise stufenförmig gestaltete Plattenbauten sogar großflächige Terrassen. Außerdem wird sehr großer Wert auf die Gestaltung der Außenanlagen gelegt. Statt der klassischen Wiese mit Trockenplatz finden sich rund um Neubauten dieser Art kleine parkähnliche Anlagen, die vom Kinderspielplatz bis zur Ruheoase für Senioren alles zu bieten haben.